Berlin, 5.5.2016 – Die Forderungen von GDL-Boss Claus Weselsky werden offenbar immer abstruser, wie Vorstandsmitglieder der Deutschen Bahn nach einem weiteren erfolglosen Schlichtungsgespräch berichteten. Offenbar will der „Nero der Gleise“ den innerdeutschen Schienenverkehr weiter verrotten lassen, bis Weltfrieden herrscht und niemand mehr Hunger leiden muss – allen voran natürlich die Mitglieder der GDL, die seit Jahrzehnten unter menschenunwürdigen Bedingungen Züge verspäten lassen. Der vollends resignierte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber verglich  Weselskys‘ Liste mit Bedingungen für ein Streikende mit der konfusen Antrittsrede einer 21-jährigen Fleischereifachverkäuferin, die gerade Miss World  geworden ist: „Seit einem Jahr rosten die zugewucherten Gleise vor sich hin oder werden von Kriminellen abmontiert, während dieser Irre immer neue Forderungen stellt. Mittlerweile lässt er sich sogar auf einer von Rangierlokführern getragenen, lorenförmigen Sänfte zu den Verhandlungen tragen. Was will er denn noch? Sogar den BER haben wir wie verlangt eröffnet, nach ihm umbenannt und zugesagt, dass sämtliche Germanwings-Piloten als GDL-Lokführer eingestuft werden. Auch den Kopfbahnhof unter der Hamburger Elbphilharmonie haben wir unter enormen finanziellen Anstrengungen aus dem Hafenbecken gestampft, von der Rettung Griechenlands ganz zu schweigen. Aber der Weltfrieden und die Lösung des globalen Hungerproblems – das kriegen wir einfach nicht gestemmt.

Weselsky hingegen sieht der Beendigung des mittlerweile seit einem Jahr währenden Streiks gelassen herrisch entgegen: „Ich will einfach keine unterbezahlten oder schlecht gelaunten Mitarbeiter bei der Deutschen Bahn sehen. Und das geht nur, wenn die Kollegen auf dem Weg zur Arbeit oder bei der Arbeit keine schlechten Nachrichten mehr lesen müssen wie z.Bsp.: von den Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer oder der IS-Gewalt. Wenn alle genau das tun, was ich sage, können wir bald alle wieder zufrieden auf unsere Züge warten – vielleicht!“